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Conference papers

Hortfunde mit Goldmünzen und goldenem Ringschmuck - Von "individualizing" zu "grouporiented societies" in der jüngeren Latènezeit

Résumé : Im Lauf der Latènezeit vollziehen sich einige tiefgreifende Wandlungsprozesse in unterschiedlichen Lebensbereichen (u. a. Ende der goldreichen Prunkgräber, vermehrtes Aufkommen der Heiligtümer und der Hortfunde). Auch die Einführung einer Münzprägung nördlich der Alpen zählt zu diesen Phänomenen. Münzen aus Gold scheinen dabei eine besondere Rolle gespielt zu haben, denn sie waren in ihrer Frühphase nicht nur häufig in Gräbern zu finden, sondern später vor allem in den Horten. In einigen wurde außer Münzen auch goldener Ringschmuck deponiert. Neben den bekannteren Halsringen sind auch Arm- und Fingerringe vertreten. Die Funde bieten einen guten Einblick in die stilistische Entwicklung des Goldschmucks der Spätlatènezeit, der bis auf seltene Ausnahmen nicht mehr in die Gräber gelangte. Im Rahmen des DFG-ANR-Projektes CELTIC GOLD bot sich die Möglichkeit einer typologischen und analytischen Neubewertung des Aufkommens einer Münzprägung und Hortsitte. Die typologische Unterteilung der Mischhorte ermöglicht die Identifikation chronologischer und chorologischer Unterschiede. Die Analysen geben Hinweise auf eine zweigeteilte Entwicklung hinsichtlich der Goldreinheit: Einerseits nehmen Objekte aus gereinigtem Gold zu, andererseits finden sich auch Schmuckobjekte, die anscheinend auch aus Regenbogenschüsselchen mit erhöhtem Silber-und Kupfergehalt gefertigt wurden. Hier zeichnet sich ein komplexes Wechselspiel aus materialinhärentem Wert, Feingehalt und Standardisierungen durch Münzen ab. Vor dem Hintergrund der Theorien von C. Renfrew (individualizing and group-oriented societies), A. Sohn-Rethel (Einfluss der Münzökonomie auf das formal-abstrakte Denken) sowie Th. Veblen (conspicuous consumption) soll der Frage nachgegangen werden, welchen Einfluss die mit dem Münzwesen einhergehende Einführung eines universe llen abstrakten Wertesystems und die mit den Hortfunden gekoppelte Praxis des Deponierens auf die Gesellschaftsstrukturen und den Konsum gehabt haben könnten.
Document type :
Conference papers
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https://hal-univ-orleans.archives-ouvertes.fr/hal-03040171
Contributor : Scd Université d'Orléans <>
Submitted on : Friday, December 4, 2020 - 11:10:47 AM
Last modification on : Saturday, July 3, 2021 - 9:56:02 PM

Identifiers

  • HAL Id : hal-03040171, version 1

Citation

Sebastian Fürst, Barbara Armbruster, Maryse Blet-Lemarquand, Sylvia Nieto-Pelletier, Marilou Nordez, et al.. Hortfunde mit Goldmünzen und goldenem Ringschmuck - Von "individualizing" zu "grouporiented societies" in der jüngeren Latènezeit. Wert und Maß. Systeme ökonomischer und sozialer Differenzierung in der Eisenzeit & Neuere Forschungen zur Eisenzeit in Europa. Gemeinsame Verbandstagung des WSVA und des MOVA, AG Eisenzeit; West- und Süddeutscher Verband für Altertumsforschung (WSVA); Mittel- und Ostdeutscher Verband für Altertumsforschung (MOVA), Apr 2019, Würzburg, Germany. ⟨hal-03040171⟩

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